Piazza — italienisch-deutsche Kultur als redaktioneller Gegenstand.
Piazza ist ein monatlich erscheinendes deutschsprachiges Fachmagazin für italienisch-deutsche Kultur, Gemeinde und Migration in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wir schreiben über die Migrationsgeschichte seit dem deutsch-italienischen Anwerbeabkommen von 1955, über die italienische Kunst-, Literatur-, Film- und Musik-Welt in DACH, über die italienische Küche jenseits der Pizza-Pasta-Routine, über die italienische Sprache zwischen Doposcuola und Gymnasial-Fremdsprachen-Unterricht, über die italienisch-deutsche Vereins- und COMITES-Architektur, und über die italienisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Mailänder Mode und Wolfsburger Automotive. Keine Italien-Tourismus-Werbung, keine Konsulats-Verlängerung, keine Verein-Selbstdarstellung. Ein redaktionelles Fachmagazin, das die italienisch-deutsche Wirklichkeit als kulturhistorisch-soziologische Disziplin behandelt.
Piazza ist explizit keine Wiederbelebung eines bestehenden oder ehemaligen italienischen Kulturvereins. Das Magazin steht in keiner institutionellen, organisatorischen oder personellen Verbindung zu der vormals unter dieser Domain geführten Einrichtung. Wir publizieren keine Vereins-Verzeichnisse, keine konkreten Konsulats-Informationen, keine Tourismus-Empfehlungen, keine Italo-Restaurant-Empfehlungen.
Der Takt ist monatlich. Sechs Ressorts — Geschichte, Kultur, Küche, Sprache, Gemeinde, Wirtschaft — bilden das Gerüst. Die aktuelle Mai-2026-Ausgabe hat ihren Schwerpunkt in der Diskussion um die jüngste italienisch-deutsche Wirtschaftskommission-Bilanz und in einer Bestandsaufnahme der zweiten und dritten italienisch-deutschen Generations-Kohorten 70 Jahre nach dem Anwerbeabkommen.
Der Name Piazza ist Programm. Die Piazza ist im italienischen Stadtraum der zentrale Versammlungs- und Identifikations-Raum — die Bühne der morgendlichen Begegnung, des nachmittäglichen Espresso, des abendlichen Passeggio. In den italienischen Migrations-Communities in DACH ist die Piazza-Idee in Vereinslokalen und Kulturzentren nachgebildet worden. Wir verwenden den Begriff als programmatische Selbstverortung: ein Magazin, das die italienisch-deutsche Wirklichkeit als gemeinsamen Versammlungsraum behandelt.
Was uns inhaltlich interessiert, ist die Spannung zwischen der historisch gewachsenen Tradition und der gegenwärtigen multilingualen italienisch-deutschen Realität. Das Anwerbeabkommen 1955 hat eine Generation von Migrant:innen geprägt, die mit Rückkehr-Hoffnung kam und in Daueraufenthalts-Realität blieb — die zweite und dritte Generation aber lebt eine selbstverständlich italienisch-deutsche Doppel-Identität, die sich nicht mehr als „Migration" lesen lässt. Italienisch als Sprache wird in den Familien-Communities anders gelebt als im Gymnasial-Fremdsprachen-Unterricht.
Geschrieben ist Piazza für italienisch-deutsche zweite und dritte Generation in DACH, für italienisch-deutsche Lehrer:innen, für Italienisch lernende DACH-Bürger:innen, für Migrationsforscher:innen mit Italien-DACH-Schwerpunkt, für italienisch-deutsche Vereins-Aktive, für Kultur-Journalist:innen und für italienisch-deutsche Wirtschaftsakteure. Wir setzen Vertrautheit mit italienisch-deutscher Migrations-Terminologie voraus (COMITES, Patronato, Doposcuola), aber kein Italianistik-Studium.
Gastbeiträge
Piazza nimmt Gastbeiträge an. Wer einen Text geschrieben hat, schickt eine Schreibprobe an [email protected]. Wir antworten in der Regel innerhalb einer Woche und honorieren angenommene Beiträge nach festen Sätzen.
Italienisch-deutsche Wirklichkeit ist für uns kein Pizza-Pasta-Klischee. Sie ist die stille Übung, am Dienstagvormittag in einer Wolfsburger Kantine zwischen Friulian-Dialekt und niedersächsischem Plattdeutsch eine Generations-Brücke zu schlagen, die seit dem November 1955 jeden Tag neu verhandelt wird.